Kapitän in Not

Einen ganzen Sommer liegt das Schiff nun schon trocken

Der erfahrene polnische Kapitän hält in der Dunkelheit einen Steinhaufen für die Markierung der Hafeneinfahrt. Die Elbe führt zu diesem Zeitpunkt Hochwasser. Durch die von Wasser überfluteten Wiesen hat der Skipper keine Chance die Gefahr zu erkennen und „biegt“ falsch ab. Das Schiff fällt vollständig trocken.


Schlepper haben am nächsten Morgen auf Grund des fallenden Wasserstandes keine Chance mehr zur Bergung.

Auch für eine Bergung mittels Kräne liegt das Schiff zu weit binnenwärts.

 

Der Kapitän harrt aus, wartet auf ein neues Hochwasser, das aber nicht kommt.

10 Monate wartet er ab.  


Regelrechtes Trockendock.

Das Schicksal des gestrandeten polnischen Kapitäns lässt viele nicht los. 

 

Sie wollen den in Not geratenen Mann helfen, aber wie bekommt man ein 180 Tonnen schweres Schiff, das seit 10 Monaten fest liegt wieder flott?

Auch die THW- Gemeinschaft erfährt von der Not des Mannes.

Mehrere Ortsverbände sind an der Bergung des Schiffes beteiligt, u.a. die Ortsverbände aus:

  • Magdeburg
  • Wittenberge
  • Kutenholz
  • Uelzen
  • Lüneburg
  • Rotenburg / Wümme
  • Salzwedel
  • Lüchow-Dannenberg
  • Buxtehude
Es beginnt mit dem "buddeln".

Die praktische Arbeit beginnt mit buddeln.

Die Arbeit, die man nicht sieht, ist die Logistik, die vor dem ersten Spatenstich abgearbeitet werden musste.

U.a. waren etliche Genehmigungen von Ämtern und Behörden notwendig.

Platz schaffen für eine Slipanlage
Hebekissen drücken das Schiff aus der Wiese
Jeder cm wird unterbaut.
50 cm Steuerbord und 90 cm Backbord müssen gehoben werden.
Aus Stahlrohren wird die Slipanlage gefertigt
Hier geht es zum Wasser
Das Schiff ist raus aus dem Dreck
Das sieht doch schon mal gut aus
580 PS hat der Panzer der ehemaligen NVA
 
Nach 312 Tagen endet die "Zwangspause"
"Gute Fahrt, Kapitän und immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel"

10 Monate lang war die "Gondola" eine Touristenattraktion in dem kleinen Örtchen Schnackenburg. Der Kapitän wurde in dieser Lage nicht allein gelassen, er wurde ein Teil der Stadt, integriert und versorgt.

Gemeinschaften können etwas bewegen, auch 180 Tonnen.

Nun hat sie wieder Wasser unter dem Kiel. 

 

 

Quelle aller Bilder: THW / Reiner Bormann